SPHRAGIO · Wissenschaftliches Schreiben
Der Anhang & Anhangsverzeichnis sind das methodische Rückgrat einer Abschlussarbeit: Hier liegen Transkripte, Fragebögen, Rohdaten, Quellcode und zunehmend die Dokumentation der KI-Nutzung, die deine Ergebnisse überhaupt erst nachvollziehbar machen. Gerade weil er am Ende entsteht, wird die Formatierung oft unterschätzt, obwohl formale Fehler im Anhang zu Punktabzügen führen. Dieser Leitfaden klärt Abgrenzung, Inhalte, Nomenklatur, Paginierung, Querverweise, die neue KI-Dokumentation und die Word-Umsetzung, belegt mit offiziellen Leitfäden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie den maßgeblichen Rechts- und Normquellen. Stand: Juni 2026.
Kurzantwort: In den Anhang & Anhangsverzeichnis gehört alles, was die Nachvollziehbarkeit sichert, aber den Lesefluss stören würde: Transkripte, Fragebögen, Rohdaten, große Tabellen, Quellcode und die KI-Dokumentation. Ab etwa drei Anhängen brauchst du ein Anhangsverzeichnis, jeder Anhang muss im Text referenziert sein, und die Nummerierung (A/B/C oder 1/2/3) bleibt konsistent. Der Anhang zählt meist nicht zum Zeichenlimit, die Paginierung läuft aber weiter. Es gibt keinen DACH-weiten Standard: Maßgeblich ist der Leitfaden deiner Fakultät.
Definition in einem Satz
Der Anhang ist der Teil der Arbeit nach dem Literaturverzeichnis, der ergänzende Materialien zur Überprüfbarkeit sammelt; das Anhangsverzeichnis ist das gesonderte Inhaltsverzeichnis, das diese Materialien mit Titel und Seitenzahl auflistet.
Anhang & Anhangsverzeichnis oder Haupttext: Was gehört wohin?
Die Grundregel ist einfach: Alles, was für das unmittelbare Verständnis der Argumentation nötig ist, bleibt im Haupttext. Alles, was nur der Dokumentation und Überprüfbarkeit dient, wandert in den Anhang. Abbildungen und Tabellen, die den Kern der Untersuchung tragen, sind textersetzend und gehören in den Fließtext; illustrierendes oder belegendes Material gehört in den Anhang.1 Der Anhang steht dabei nach dem Literaturverzeichnis; im APA-7-Format folgt er sogar auf Fußnoten, Tabellen und Abbildungen.
Zwei Missbräuche werden streng sanktioniert. Erstens: leicht zugängliches Standardwissen gehört nicht in den Anhang, sondern wird über das Literaturverzeichnis referenziert. Zweitens, und gravierender: Der Anhang darf nicht dazu dienen, ein Seitenlimit zu umgehen, indem wesentliche Textpassagen ausgelagert werden. Das gilt als Täuschungsversuch. Wesentliche, kommentierungswürdige Daten gehören in den Hauptteil, nur Blanko-Instrumente und Rohmaterial in den Anhang.6
Was gehört in den Anhang?
Die folgende Übersicht zeigt die typischen Materialkategorien. Sie ist eine Orientierung; die verbindliche Liste steht im Leitfaden deiner Fakultät.
| Kategorie | Beispiele und Hinweise |
|---|---|
| Empirische Rohdaten | Transkripte, Beobachtungsprotokolle, aggregierte Umfragedaten, Codebücher |
| Erhebungsinstrumente | leere Fragebögen, Interviewleitfäden, Testkonstrukte |
| Quellcode und Mathematik | längere Herleitungen, Algorithmen, R-Skripte, Python-Code |
| Großformatige Grafiken | Pläne, Karten, umfangreiche deskriptive Tabellen (oft Querformat) |
| Schwer zugängliche Quellen | interne Unterlagen, Archivdokumente, Screenshots flüchtiger Webseiten |
| KI-Dokumentation | verwendete Prompts, Tool und Version, Chat- bzw. Prompt-Protokolle |
Interviewtranskripte gehören vollständig in den Anhang, müssen aber pseudonymisiert werden (IP1, IP2) und tragen Zeilennummern; das schützt personenbezogene Daten. Fragebögen, Transkripte und statistische Daten sind in mehreren offiziellen Leitfäden ausdrücklich als Anhangsinhalt genannt.523 Umfangreicher Quellcode gehört in den Anhang oder auf einen Datenträger; im Text bleiben nur kurze, wesentliche Auszüge, für Algorithmen oft als Pseudocode.1112
Anhangsverzeichnis: ab wann und wohin?
Besteht der Anhang aus einem einzigen kurzen Dokument, genügt der Eintrag „Anhang“ im Inhaltsverzeichnis. Sobald mehrere Materialien angehängt werden, in der Praxis ab etwa drei Anhängen, ist ein separates Anhangsverzeichnis sinnvoll. Es listet jeden Anhang mit Bezeichnung, Titel und Seitenzahl und steht am Anfang des Anhangsteils oder im Vorspann nach dem Inhalts-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis.3
Ein wichtiges Detail: Abbildungen und Tabellen, die im Anhang liegen, werden im Anhangsverzeichnis aufgeführt, nicht im allgemeinen Abbildungs- oder Tabellenverzeichnis des Hauptteils. Im Hauptinhaltsverzeichnis erscheint der Anhang dann nur als ein übergeordneter Gliederungspunkt, die Detailaufschlüsselung übernimmt das Anhangsverzeichnis. So bleibt das Hauptverzeichnis übersichtlich.
Nomenklatur: Anhang A/B/C oder 1/2/3?
Für die Benennung gibt es zwei verbreitete Systeme, beide sind zulässig, solange du konsequent bleibst. Das alphabetische System (Anhang A, B, C) ist in Deutschland verbreitet; die WU Wien versieht den Anhang etwa mit Großbuchstaben, üblicherweise „A“ als Annex.17 Das numerische System (Anhang 1, 2) ist ebenso gebräuchlich. Untergliederungen bildest du als A.1, A.2 oder 1.1, 1.2. Enthält ein Anhang eigene Tabellen oder Abbildungen, werden diese mit der Anhangskennung nummeriert, etwa Tabelle A1.
Für die Gliederung des Haupttextes gilt die Dezimalgliederung nach DIN 1421: arabische Ziffern, dezimale Stufen, kein Punkt nach der letzten Ziffer (also 3.2.4), und jede untergliederte Ebene braucht mindestens zwei Unterpunkte. Einige Leitfäden schreiben für das Anhangsverzeichnis ausdrücklich Großbuchstaben oder römische Ziffern vor.42 Entscheidend bleibt: Jede Anhang-Überschrift muss wortwörtlich mit dem Eintrag im Anhangsverzeichnis übereinstimmen. Beachte auch, dass Zitierstile Anhänge unterschiedlich behandeln: APA nutzt Großbuchstaben (Anhang A) und benennt Anhang-Tabellen als Tabelle A1, während die deutsche Fußnotenzitierweise und Harvard-Stile Verweise teils abweichend handhaben. Richte dich nach dem in deinem Fach vorgeschriebenen Stil.
Paginierung: fortlaufend arabisch oder römisch?
Die Seitennummerierung ist eine der häufigsten Fehlerquellen. Es gibt zwei Paradigmen. Am häufigsten läuft die arabische Zählung des Haupttextes über Literaturverzeichnis und Anhang einfach weiter; die Universität Zürich formuliert das so, dass die arabische Seitennummerierung aus dem Textteil weiterläuft.22 Alternativ paginieren manche Fakultäten die Endteile mit römischen Ziffern; die TUM nummeriert Anhangs- und Abkürzungsverzeichnisse römisch, während die arabische Zählung mit der ersten Textseite beginnt und mit der letzten Seite des Literaturverzeichnisses endet.2
Zählt der Anhang zum Umfang? Meist nicht: Mehrere Leitfäden halten fest, dass der Anhang nicht zur Zeichenvorgabe zählt.24 Es gibt aber Gegenbeispiele: Ein Lehrstuhl der ETH Zürich rechnet Literaturverzeichnis und Anhang ausdrücklich zur Wortzahl.26 Frage im Zweifel vor dem Schreiben bei Betreuung oder Prüfungsamt nach. Werden fremde Dokumente mit eigenen gedruckten Seitenzahlen eingebunden, führe die übergeordnete Paginierung deiner Arbeit gut sichtbar weiter, damit du präzise darauf verweisen kannst.
Querverweise und Zitation im Anhang
Ein Anhang existiert nie autark. Deshalb gilt die eherne Regel: Auf jeden Bestandteil des Anhangs muss im Haupttext verwiesen werden, und die Anhänge sind in der Reihenfolge ihres Erscheinens im Text zu nummerieren.1 Der Verweis steht in Klammern im Argumentationsfluss, etwa „(siehe Anhang A)“ oder „vgl. Anhang 3″. Ein Anhang ohne Textverweis gilt als wissenschaftlich überflüssig und kostet Punkte.
Auch das Material im Anhang unterliegt der Zitierpflicht: Fremde Abbildungen, Tabellen, Gesetzestexte oder Screenshots brauchen eine Quellenangabe, und diese Quellen gehören in das zentrale Literaturverzeichnis der Arbeit. Ein separates, isoliertes Literaturverzeichnis nur für den Anhang ist unzulässig, denn das Literaturverzeichnis muss die Gesamtheit aller verwendeten Quellen abbilden.
KI-Nutzung im Anhang dokumentieren
Das dynamischste Thema 2026 ist die Dokumentation generativer KI. Der Grundsatz ist an vielen Hochschulen identisch: KI-generierte Texte gelten nach dem Konsens der meisten DACH-Hochschulen (Stand 2026) nicht als wissenschaftliche Quellen und gehören daher nicht ins Literaturverzeichnis, sondern in ein eigenes Verzeichnis oder in den Anhang. Die Universität Leipzig formuliert, die KI-Nutzung sei nicht als Zitat und nicht im Literaturverzeichnis, sondern in einem eigenständigen Anhang anzugeben.9 Die Universität Basel verlangt in ihrem viel adaptierten Leitfaden „Aus KI zitieren“ Angaben zu Tool, Version, Anbieter und Prompt und empfiehlt, den Chatverlauf je nach Fach vollständig im Anhang mitzuliefern.21
Die Intensität reicht vom Einzeiler bis zur ausführlichen Tabelle. Die Universität Graz bietet in ihrer Handreichung ausdrücklich die „Beschreibung der KI-Nutzung im Anhang“ an, inklusive einer Dokumentationstabelle mit Reflexionsspalte.15 An der FU Berlin ist im Anhang der Abschlussarbeit eine Beschreibung und Reflexion der KI-Nutzung einzureichen, teils als alphabetisch sortiertes Hilfsmittelverzeichnis.78 Auch die LMU (erweiterte Erklärung plus Hilfsmittelübersicht) und die Universität Mannheim (Chatverläufe in chronologischer Reihenfolge) verlangen diese Transparenz; die ETH Zürich deckt die Deklaration generativer KI in ihrem Zitierleitfaden ab, die WU Wien in einer eigenen Handreichung.102518
Praxisregel
Eine belastbare KI-Dokumentation im Anhang nennt pro Arbeitsschritt: Tool und Version, den Zweck (z. B. Ideenfindung, Sprachglättung, Code-Debugging), den verwendeten Prompt und dein Ergebnis samt kurzer Reflexion. Speichere Chatverläufe zusätzlich außerhalb des Tools, da Links verfallen können.
So kann eine ausgefüllte KI-Dokumentationstabelle im Anhang aussehen (Vorbild: Handreichung der Universität Graz):
| Tool / Version | Arbeitsschritt | Verwendung / Prompt | Ergebnis und Reflexion |
|---|---|---|---|
| ChatGPT (GPT-4) | Ideenfindung | „Gib mir Vorschläge zur Eingrenzung meiner Forschungsfrage zu …“ | Impuls zur Fokussierung; Fragestellung selbst formuliert (Prompt-Protokoll in Anhang C) |
| DeepL | Übersetzung | englische Zitate ins Deutsche übertragen | inhaltlich gegengeprüft und angepasst |
| Grammarly | Endkorrektur | Grammatik- und Rechtschreibprüfung der gesamten Arbeit | Vorschläge selektiv übernommen; Verantwortung bleibt bei der Verfasserin |
Anhang oder Anlage: physisch und digital
Vor allem an technischen Fächern wird zwischen „Anhang“ und „Anlage“ unterschieden. Der klassische Anhang ist physischer Bestandteil des gebundenen oder PDF-Dokuments, folgt auf das Literaturverzeichnis und ist integral paginiert. Die Anlage umfasst Material, das den Rahmen eines Dokuments sprengt: riesige Datensätze, Video- und Audiodateien, großformatige Pläne oder umfangreicher Quellcode. Solche Anlagen werden auf Datenträger oder über gesicherte Uni-Cloud eingereicht.
Im Sinne offener Wissenschaft verlangen mehrere Fakultäten, dass Rohdaten und Code elektronisch eingereicht werden, um die Replikation der Auswertung zu ermöglichen. Der gedruckte Anhang beschränkt sich dann oft auf ein Anlagenverzeichnis, das die Struktur der digital eingereichten Dateien dokumentiert. Vertrauliche Unternehmensdaten werden übrigens nicht in den Anhang gekippt, sondern über einen Sperrvermerk vor dem Inhaltsverzeichnis geregelt. Bei rein elektronischer Abgabe, wie sie inzwischen etwa die Universität Salzburg vorsieht, helfen PDF-Lesezeichen, die direkt zu den Anhängen führen; in LaTeX übernimmt der Befehl appendix beziehungsweise das gleichnamige Paket die Nummerierung.
Eidesstattliche Erklärung: Platzierung und Rechtslage
Die Eigenständigkeits- beziehungsweise eidesstattliche Erklärung ist in der Regel kein Teil des Anhangs, sondern eine gesonderte, ungezählte letzte Seite mit handschriftlicher Unterschrift; einige Fakultäten platzieren sie direkt nach dem Deckblatt. Ein Sonderfall ist die Universität Wien: Dort enthält die Masterarbeit selbst keine Eigenständigkeitserklärung, sie wird durch die Upload-Bestätigung und ein Formular zur guten wissenschaftlichen Praxis ersetzt.16
Die rechtliche Tragweite wird oft überzeichnet. In der Praxis wird eine falsche Eigenständigkeitserklärung zuerst prüfungsrechtlich geahndet: als Täuschung mit der Folge Nichtbestehen, Nichtigerklärung der Beurteilung und gegebenenfalls Aberkennung des Grades. Der oft zitierte Paragraf 156 StGB (falsche Versicherung an Eides Statt) greift nur, wenn die Erklärung vor einer dafür zuständigen Behörde abgegeben wird; laut Analyse des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags gelten Hochschulen nur im Immatrikulationsverfahren als solche Behörde, weshalb eine Strafbarkeit für eine Abschlussarbeits-Erklärung rechtlich umstritten und nicht durch Rechtsprechung gesichert ist.13 In Österreich definiert das Universitätsgesetz 2002 Plagiat in Paragraf 51 Abs. 2 Z 31 und regelt die Nichtigerklärung von Beurteilungen in Paragraf 73; einschlägig ist dort das Prüfungs-, nicht das Strafrecht.19 Übergreifend verankert der DFG-Kodex zur guten wissenschaftlichen Praxis in Leitlinie 12 die Pflicht zur nachvollziehbaren Dokumentation, genau die Funktion, die der Anhang erfüllt.14
DACH-Hochschulen im Vergleich
Die Übersicht bündelt exemplarische, belegte Vorgaben. Wichtig: Die meisten Regeln sind fakultäts- oder lehrstuhlspezifisch, nicht universitätsweit. Maßgeblich bleibt dein konkreter Leitfaden.
| Quelle (Fakultät/Lehrstuhl) | Land | Belegte Vorgabe |
|---|---|---|
| LMU München (SoM)1 | DE | Anhang folgt auf das Fazit; gleiche Formatierung; auf alle Anhänge verweisen |
| TU München (BWL)2 | DE | Anhangs-/Abkürzungsverzeichnis römisch; Textteil arabisch; DIN 1421 |
| Uni Würzburg (WiWi)4 | DE | eigenes Verzeichnis mit römischen Ziffern; arabische Paginierung läuft fort |
| FU Berlin (Info / EW)7 | DE | KI-Reflexion / Hilfsmittelverzeichnis im Anhang |
| Uni Leipzig (E-Learning)9 | DE | KI-Nutzung im eigenständigen Anhang, nicht im Literaturverzeichnis |
| LMU / TU Dresden (Info)11 | DE | umfangreicher Quellcode in den Anhang, nur Auszüge im Text |
| Uni Graz (KI-Handreichung)15 | AT | KI-Beschreibung im Anhang; Dokumentationstabelle mit Reflexion |
| WU Wien (ProdMan)17 | AT | Anhang mit Großbuchstaben (A = Annex) |
| Uni Wien (SSC Phil)16 | AT | Eigenständigkeitserklärung nicht in der Arbeit (Upload + GWP-Formular) |
| JKU Linz20 | AT | A.1/A.I; Eidesstattliche Erklärung nach dem Deckblatt |
| Uni Basel («Aus KI zitieren»)21 | CH | Tool, Version, Prompt; Chatverlauf je nach Fach im Anhang |
| Uni Zürich (IBW / IKMZ)22 | CH | Anhang nach Literaturverzeichnis; arabische Zählung läuft weiter |
| Uni Zürich (Recht)24 | CH | Anhang zählt nicht zur Zeichenanzahl |
| ETH Zürich (SPUR)26 | CH | Gegenbeispiel: Wortzahl inklusive Literaturverzeichnis und Anhang |
Quellen-Stand Juni 2026. Auswertung offizieller Leitfäden; Vorgaben sind meist fakultäts- oder lehrstuhlspezifisch und können sich ändern. Keine Rechtsberatung.
Anhangsverzeichnis in Word erstellen: Schritt für Schritt
Word hat keine eigene Anhangsverzeichnis-Funktion. Du baust es als zweites, benutzerdefiniertes Inhaltsverzeichnis auf Basis einer eigenen Formatvorlage, damit die Anhang-Titel nicht im Haupt-Inhaltsverzeichnis auftauchen. Die Schritte funktionieren in Word 365 und Word für Mac.
- Eigene Formatvorlage anlegen. Erstelle eine Vorlage Überschrift_Anhang statt Überschrift 1, damit die Anhang-Titel getrennt steuerbar sind.
- Abschnittsumbruch setzen. Layout, Umbrüche, Abschnittsumbruch (Nächste Seite) vor dem ersten Anhang einfügen.
- Anhänge benennen. Jeden Anhang auf einer neuen Seite mit A, B, C und der Vorlage Überschrift_Anhang formatieren.
- Anhangsverzeichnis erzeugen. Verweise, Inhaltsverzeichnis, Benutzerdefiniert, Optionen: nur Überschrift_Anhang die Ebene 1 zuweisen.
- Querverweise setzen. Im Fließtext über Einfügen, Querverweis automatisch auf den Anhang verlinken.
- Paginierung prüfen. Seitenzahlen gemäß Vorgabe fortsetzen (meist fortlaufend arabisch), Felder aktualisieren.
- Als PDF kontrollieren. Exportieren und prüfen, dass Überschriften, Verzeichnis und Seitenzahlen exakt übereinstimmen.
Mac-Hinweis
Auf dem Mac findest du dieselben Funktionen unter Verweise und Einfügen. Querverweise aktualisierst du mit Cmd+A und anschließend F9. Nutze für Querverweise möglichst die integrierten Überschriften-Vorlagen, da Word selbst angelegte Vorlagen teils nicht als Überschrift erkennt.
Häufige Fehler und Abgabe-Checkliste
Die häufigsten Anhang-Fehler
- Kernargumente in den Anhang ausgelagert, um das Seitenlimit zu umgehen
- blinder Anhang ohne Verweis im Haupttext
- uneinheitliche Nomenklatur (A/B/C und 1/2/3 gemischt)
- Anhang-Überschrift stimmt nicht mit dem Anhangsverzeichnis überein
- inkonsistente Paginierung (arabisch und römisch vermischt)
- separates Literaturverzeichnis nur für den Anhang angelegt
- Interviewtranskripte nicht anonymisiert
- KI-Nutzung fälschlich ins Literaturverzeichnis statt in den Anhang
- Anhang-Abbildungen im Haupt-Abbildungsverzeichnis gelistet
Checkliste vor der Abgabe
☑ keine Kernargumente im Anhang
☑ jeder Anhang im Text referenziert
☑ Nomenklatur konsequent (A/B/C oder 1/2/3)
☑ Überschriften stimmen mit dem Anhangsverzeichnis überein
☑ Anhangsverzeichnis ab drei Anhängen vorhanden
☑ Paginierung konsistent (Hochschulvorgabe geprüft)
☑ alle Quellen im zentralen Literaturverzeichnis
☑ Transkripte anonymisiert, Datenschutz beachtet
☑ KI-Dokumentation im Anhang, nicht im Literaturverzeichnis
☑ große Datensätze/Code als Anlage vorbereitet
☑ Eigenständigkeitserklärung an der vorgeschriebenen Position
☑ PDF-Export Seite für Seite kontrolliert
Vor der Abgabe
Anhang und Format-Compliance prüfen lassen
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Compliance-Check starten →Häufige Fragen
Zählt der Anhang zur Seitenzahl?
Meist nicht: Der Anhang zählt in der Regel nicht zum Zeichen- oder Seitenlimit, die Paginierung läuft aber weiter. Einzelne Lehrstühle zählen ihn mit. Maßgeblich ist deine Prüfungsordnung.
Was kommt in den Anhang einer Bachelorarbeit?
Transkripte, Fragebögen, Rohdaten, große Tabellen und Abbildungen, Quellcode, schwer zugängliche Quellen und die KI-Dokumentation, also alles, was die Nachvollziehbarkeit sichert, aber den Lesefluss stören würde.
Wie verweise ich aus dem Text auf den Anhang?
Mit einer kurzen Klammer wie (siehe Anhang A) oder vgl. Anhang 3. Jeder Anhang muss mindestens einmal im Fließtext referenziert werden, sonst ist er wissenschaftlich überflüssig.
Brauche ich ein Anhangsverzeichnis?
Ab etwa drei Anhängen ja. Es steht am Anfang des Anhangsteils und listet jeden Anhang mit Titel und Seitenzahl. Abbildungen im Anhang gehören ins Anhangsverzeichnis, nicht ins Haupt-Abbildungsverzeichnis.
Anhang A/B/C oder Anhang 1/2/3?
Beides ist zulässig. Großbuchstaben sind in Deutschland verbreitet, arabische Ziffern ebenso. Untergliederungen wie A.1 oder 1.1 sind üblich. Wichtig ist, dass du konsequent bei einem System bleibst.
Ist die Eigenständigkeitserklärung Teil des Anhangs?
Meist nicht: Sie ist eine gesonderte, ungezählte letzte Seite mit handschriftlicher Unterschrift. Manche Hochschulen platzieren sie nach dem Deckblatt, an der Universität Wien steht sie gar nicht in der Arbeit.
Muss ich meine KI-Nutzung im Anhang dokumentieren?
Zunehmend ja. Viele Hochschulen verlangen ein KI- oder Hilfsmittelverzeichnis mit Tool, Version und Prompts, oft mit Chatverlauf im Anhang. KI-Ausgaben gehören nicht ins Literaturverzeichnis.
Gehören Interviewtranskripte in den Anhang?
Ja, vollständige Transkripte gehören in den Anhang, pseudonymisiert (IP1, IP2) und mit Zeilennummern. Die Anonymisierung schützt personenbezogene Daten gemäß Datenschutz.
Gehört Quellcode in den Anhang?
Umfangreicher Code gehört in den Anhang oder auf einen Datenträger. Im Haupttext bleiben nur kurze, wesentliche Auszüge mit Erläuterung, für Algorithmen oft als Pseudocode.
Fortlaufende oder eigene Seitenzahlen im Anhang?
Üblich ist eine fortlaufende arabische Nummerierung, die aus dem Textteil weiterläuft. Einige Fakultäten nutzen römische Ziffern für die Endteile. Es entscheidet die Hochschulvorgabe.
Fazit: Struktur schlägt Fülle
Der Anhang ist kein Ablageort für Reste, sondern das Instrument der wissenschaftlichen Transparenz. Drei Punkte zählen am meisten: Verschiebe nur Belegmaterial in den Anhang, nie Kernargumente; verweise auf jeden Anhang im Text und halte Nomenklatur, Überschriften und Paginierung konsistent; und dokumentiere die KI-Nutzung im Anhang, nicht im Literaturverzeichnis. Weil es keinen DACH-weiten Standard gibt, schlägt der Leitfaden deiner Fakultät jede allgemeine Faustregel. Wer das früh sauber aufsetzt, sichert die formale Qualität und die Nachvollziehbarkeit seiner Arbeit.
Weiterführend bei SPHRAGIO
Passend dazu: unsere Beiträge zum Deckblatt, zum Sperrvermerk, zur 72-Stunden-Checkliste vor der Abgabe sowie zur Eigenständigkeitserklärung.
Quellen und Fußnoten
Quellenstand: Juni 2026. Es handelt sich um offizielle Hochschul-Leitfäden, Gesetzestexte und den DFG-Kodex aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die zentralen und rechtssensiblen Quellen wurden live geprüft; Hochschul-PDFs werden häufig neu datiert, prüfe die verlinkte Version vor der Verwendung. Viele Vorgaben sind fakultäts- oder lehrstuhlspezifisch.
Deutschland
1 LMU München, School of Management, Leitfaden für Hausarbeiten (Feb. 2025): Anhang folgt auf das Fazit, identische Formatierung, auf alle Anhänge ist zu verweisen: lmu.de. ↩
2 TU München, BWL, Formvorschriften für Abschlussarbeiten (Anhangs-/Abkürzungsverzeichnis römisch, Textteil arabisch; Dezimalgliederung DIN 1421): bwl.wi.tum.de. ↩
3 Uni Würzburg, Wirtschaftswissenschaft, Formale Richtlinien (dem Anhang wird ein eigenes Verzeichnis vorangestellt; Aufführung mit Nummer und Überschrift): wiwi.uni-wuerzburg.de. ↩
4 Uni Würzburg, ebd. (Anhangsverzeichnis mit römischen Ziffern; arabische Paginierung läuft aus dem Literaturverzeichnis fort). ↩
5 Uni Köln, IDSL II, Skript wissenschaftliches Arbeiten (im Anhang werden sonstige Quellen wie Fragebögen und Transkripte zugänglich gemacht): uni-koeln.de. ↩
6 Westfälische Hochschule, FB Wirtschaft, Richtlinien zur Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten (April 2025): Blanko-Fragebogen in den Anhang, wesentliche Daten in den Hauptteil; KI-Verzeichnis als Anhang A4: w-hs.de. ↩
7 FU Berlin, FB Mathematik/Informatik, Handreichung KI-Nutzung (im Anhang der Abschlussarbeit ist eine Beschreibung und Reflexion der KI-Nutzung einzureichen): fu-berlin.de. ↩
8 FU Berlin, Erziehungswissenschaft, Leitfaden KI in Abschlussarbeiten (Dez. 2025): verpflichtendes Hilfsmittelverzeichnis, alphabetisch nach Hersteller: fu-berlin.de. ↩
9 Universität Leipzig, E-Learning-Wissensdatenbank (KI-Nutzung nicht als Zitat und nicht im Literaturverzeichnis, sondern in einem eigenständigen Anhang): uni-leipzig.de. ↩
10 Universität Mannheim, Lehrstuhl Organisation und Innovation, Guidelines for the Use of AI-Tools (Chatverläufe in chronologischer Reihenfolge dokumentieren): uni-mannheim.de. ↩
11 LMU München, PST Informatik, Richtlinie für Abschlussarbeiten (umfangreicher Quellcode kommt in den Anhang): pst.ifi.lmu.de. ↩
12 TU Dresden, Informatik/CGV, How-to Abschlussarbeit (große Listings und Herleitungen in den Anhang; nur essenzielle Auszüge im Text): tu-dresden.de. ↩
13 Strafgesetzbuch, Paragraf 156 StGB (falsche Versicherung an Eides Statt vor zuständiger Behörde; Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe): gesetze-im-internet.de. ↩
14 DFG, Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“, Leitlinie 12 Dokumentation (nachvollziehbare Dokumentation zur Überprüfbarkeit der Ergebnisse): dfg.de. ↩
Österreich
15 Universität Graz, Handreichung „Möglichkeiten zur Dokumentation und Kennzeichnung der KI-Nutzung“ (Beschreibung der KI-Nutzung im Anhang; Dokumentationstabelle mit Reflexionsspalte): uni-graz.at. ↩
16 Universität Wien, StudienServiceCenter Philosophie, Wissenschaftliches Arbeiten (die Masterarbeit selbst enthält keine Eigenständigkeitserklärung; Ersatz durch Upload-Bestätigung und GWP-Formular): univie.ac.at. ↩
17 WU Wien, Produktionsmanagement, Leitfaden wissenschaftliches Schreiben (der Anhang wird mit Großbuchstaben versehen, üblicherweise „A“ = Annex): wu.ac.at. ↩
18 WU Wien, Handreichung „KI-generierter Content in Abschlussarbeiten“: wu.ac.at. ↩
19 Universitätsgesetz 2002 (UG), geltende Fassung, RIS (Paragraf 51 Abs. 2 Z 31: Definition Plagiat; Paragraf 73: Nichtigerklärung von Beurteilungen): ris.bka.gv.at. ↩
20 Johannes Kepler Universität Linz, Hinweise zur Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten (Anhang mit A.1/A.I; Eidesstattliche Erklärung nach dem Deckblatt): jku.at. ↩
Schweiz
21 Universität Basel, Leitfaden «Aus KI zitieren» (Tool, Version, Anbieter und Prompt angeben; Chatverlauf je nach Fach vollständig im Anhang mitliefern): unibas.ch. ↩
22 Universität Zürich, Institut für BWL, Leitfaden wissenschaftliches Arbeiten (2024): Anhang nach dem Literaturverzeichnis; die arabische Seitennummerierung aus dem Textteil läuft weiter: business.uzh.ch. ↩
23 Universität Zürich, IKMZ, Merkblatt wissenschaftliches Arbeiten (der Anhang ist für ergänzende Dokumente wie Fragebögen, Interviewtranskripte und statistische Daten gedacht): ikmz.uzh.ch. ↩
24 Universität Zürich, Rechtswissenschaftliche Fakultät, Grundregeln (der Anhang zählt nicht zur Zeichenanzahl): ius.uzh.ch. ↩
25 ETH Zürich, Zitierleitfaden (Feb. 2025): deckt die Deklaration generativer KI ab: ethz.ch. ↩
26 ETH Zürich, Lehrstuhl SPUR, Wegleitung schriftliche Arbeiten (Gegenbeispiel: die Wortzahl schließt Literaturverzeichnis und Anhang ausdrücklich ein): ethz.ch. ↩

SPHRAGIO ist ein innovatives österreichisches EdTech Startup aus Salzburg. Die SPHRAGIO-Redaktion wertet DACH-Hochschulrichtlinien aus und übersetzt sie in praxistaugliche Word-Anleitungen für Bachelor-, Master- und Hausarbeiten. Nur Format. Nie Inhalt. Dieser Beitrag wurde im Juni 2026 redaktionell geprüft; die zentralen Quellen wurden gegen offizielle Primärquellen geprüft. Einzelne Hochschul-PDFs können sich ändern. Der Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar.
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