SPHRAGIO · Wissenschaftliches Schreiben
Das Abkürzungsverzeichnis in Word wirkt wie eine Formsache und wird deshalb oft in letzter Minute erstellt, von Hand getippt und falsch bestückt. Dabei entscheidet es über den ersten formalen Eindruck deiner Arbeit: Steht das falsche Kürzel drin, fehlt ein wichtiger Eintrag oder rutscht das Verzeichnis an die falsche Stelle, sind das genau die Kleinigkeiten, die Punkte kosten. Dieser Leitfaden klärt, ab wann du überhaupt ein Verzeichnis brauchst, welche Abkürzungen hineingehören und welche nicht, wo es in der Arbeit steht und wie du es in Word sauber und automatisch erstellst, belegt mit offiziellen Leitfäden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Stand: Juli 2026.
Kurzantwort: Ein Abkürzungsverzeichnis ist eine alphabetisch geordnete Liste aller nicht allgemein geläufigen Abkürzungen deiner Arbeit mit ihrer Langform. Nötig wird es in der Praxis ab etwa drei bis vier fachspezifischen Kürzeln; im Duden geläufige Abkürzungen wie z. B. oder usw. bleiben an den meisten Hochschulen draußen. Es steht üblicherweise im Vorspann nach dem Inhaltsverzeichnis. Word hat keine eigene Funktion dafür: Am saubersten erstellst du es automatisch über den Index-Workaround, alphabetisch sortiert und per Klick aktualisierbar. Verbindlich ist immer der Leitfaden deiner Fakultät.
Definition in einem Satz
Das Abkürzungsverzeichnis ist ein Hilfsverzeichnis im Vorspann der Arbeit, das jede verwendete, nicht allgemein bekannte Abkürzung alphabetisch mit ihrer ausgeschriebenen Bedeutung auflistet, damit Lesende den Text ohne Rätselraten verstehen.
Wann brauchst du ein Abkürzungsverzeichnis?
Nicht jede Arbeit braucht ein Abkürzungsverzeichnis. Die verbreitete Faustregel lautet: Sobald du mehr als drei bis vier fachspezifische Abkürzungen verwendest, die über den allgemeinen Sprachgebrauch hinausgehen, ist ein Verzeichnis sinnvoll oder gefordert. Bei nur einer oder zwei Abkürzungen genügt die Einführung direkt im Text. Wichtig ist die institutionelle Varianz: Ein Verzeichnis ist an vielen Hochschulen nicht in jeder Arbeit verpflichtend, sondern vor allem dann nötig, wenn zahlreiche nicht allgemein geläufige Abkürzungen auftreten.414
Auch wenn deine Hochschule keine ausdrückliche Vorgabe macht, solltest du bei mehreren nicht-geläufigen Kürzeln immer ein Verzeichnis anlegen, denn es erhöht die Lesbarkeit und wirkt professionell. Der einzig verlässliche Maßstab bleibt aber die Formvorschrift deines Lehrstuhls oder Prüfungsamts. Sie hat Vorrang vor jeder allgemeinen Regel, und genau dort steht auch, ob das Verzeichnis überhaupt erwartet wird.3
Welche Abkürzungen gehören rein – und welche nicht?
Der größte Stolperstein ist nicht die Existenz des Verzeichnisses, sondern die Grenzziehung, was hineinmuss. Die stärkste gemeinsame Linie der offiziellen DACH-Leitfäden: Fachspezifische Kürzel, Gesetzesbezeichnungen und Organisationsnamen kommen ins Verzeichnis, allgemein geläufige und im Duden enthaltene Abkürzungen dagegen nicht. Mehrere Hochschulen schließen alltägliche Kürzel wie z. B., usw., etc., u. a. oder vgl. ausdrücklich aus.614
| Aufnehmen | Nicht aufnehmen (an den meisten Hochschulen) |
|---|---|
| Fachspezifische Kürzel: BGB, HGB, KWG, EEG | Allgemeine Sprachabkürzungen: z. B., usw., etc., u. a., d. h. |
| Organisationen und Institutionen: WHO, EU, OECD | Bibliografische Kürzel: vgl., ebd., Hrsg., ff. |
| Selbst eingeführte Abkürzungen deiner Arbeit | Im Duden geläufige Kürzel des Alltags |
| Fachtermini, die nicht breit bekannt sind | Gängige Maßeinheiten (kg, km, EUR) – fachabhängig |
Diese Grenze ist aber fach- und lehrstuhlabhängig. Manche Fakultäten verlangen ein bewusst breites Verzeichnis: Die Universität Würzburg schreibt etwa vor, dass Abkürzungs- und Symbolverzeichnis „sämtliche Abkürzungen und Symbole“ beinhalten müssen, die im Text vorkommen (Duden-Kürzel ausgenommen).3 Auch die Universität Zürich verlangt, sämtliche genutzten Abkürzungen zu erfassen, und stellt es ins Ermessen, ob zusätzlich Duden-Kürzel aufgenommen werden.26 Gerade in juristischen Arbeiten sind umfangreiche Abkürzungsverzeichnisse üblich. Andere Leitfäden ziehen die Grenze enger: In der Schweiz formuliert etwa der Fribourger Leitfaden, dass nur fachlich nicht allgemein bekannte Abkürzungen ins Verzeichnis gehören.24 Die Konvention ist also selbst innerhalb eines Landes geteilt; behandle das nicht als Widerspruch, sondern als konkrete Vorgabe deiner Fakultät. Ordne das Verzeichnis in jedem Fall alphabetisch und verwende jede Abkürzung im Text einheitlich, nie einmal so und einmal anders.5
Abkürzungen im Text richtig einführen
Ein Abkürzungsverzeichnis entbindet dich nicht davon, jede Abkürzung im Text einzuführen. Die eherne Regel: Bei der ersten Erwähnung schreibst du den Begriff aus und setzt die Abkürzung in Klammern dahinter; ab der zweiten Nennung verwendest du nur noch die Kurzform. Laut WU Wien sind Abkürzungen spätestens bei ihrer erstmaligen Anwendung im Text zu erläutern und darüber hinaus alphabetisch geordnet in einem eigenen Verzeichnis zu bündeln.14
Beispiel
„Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt das allgemeine Privatrecht. Im Folgenden werden die einschlägigen Normen des BGB analysiert.“ Danach reicht die Kurzform BGB. Kürze einen Begriff außerdem erst ab, wenn er mindestens drei- bis viermal vorkommt, sonst lohnt das Abkürzen nicht.
Setze Abkürzungen ohnehin sparsam ein. Mehrere Leitfäden betonen, dass Bequemlichkeitsabkürzungen unerwünscht sind und nicht allgemein bekannte Kürzel beim ersten Auftreten ausgeschrieben und eingeführt werden sollen.5 Orientiere dich bei der Schreibweise am Duden oder an der Fachliteratur deiner Disziplin und halte sie im gesamten Dokument konsequent durch.
Position und Reihenfolge im Vorspann
Das Abkürzungsverzeichnis ist ein Hilfsverzeichnis im Front Matter, nicht Teil des Haupttextes. Bei der genauen Position ist der DACH-Korpus jedoch geteilt. Ein Teil der Hochschulen nennt die Reihenfolge Inhaltsverzeichnis, dann Abbildungs- und Tabellenverzeichnis, dann Abkürzungsverzeichnis, dann Textteil.413 Ebenso verbreitet ist die umgekehrte Ordnung, bei der das Abkürzungsverzeichnis direkt hinter dem Inhaltsverzeichnis steht, noch vor Abbildungs- und Tabellenverzeichnis; so regeln es etwa die Universität Freiburg, die Universität Würzburg und die Universität Fribourg.2324 Verbindlich ist deshalb allein der Leitfaden deiner Fakultät.
Eine gängige Reihenfolge des Vorspanns (eine von zwei Konventionen)
1. Titelblatt / Deckblatt
2. Inhaltsverzeichnis
3. Abbildungsverzeichnis (bei Bedarf)
4. Tabellenverzeichnis (bei Bedarf)
5. Abkürzungsverzeichnis
6. Textteil (Einleitung, Hauptteil, Schluss)
7. Literaturverzeichnis
8. Anhang (bei Bedarf)
Damit das Verzeichnis im Inhaltsverzeichnis auftaucht, formatierst du seine Überschrift als Überschrift 1, aber ohne die Kapitelnummerierung, wie es viele Vorspann-Verzeichnisse verlangen.13 Ein offizieller Muster-Vorspann mit vollständigem Beispiel-Abkürzungsverzeichnis findet sich etwa im Leitfaden der Universität Göttingen, ein eigener Abschnitt dazu im Hausarbeitsleitfaden der Universität Heidelberg.78
DACH-Hochschulen im Vergleich
Die Übersicht bündelt exemplarische, belegte Vorgaben. Die meisten Regeln sind fakultäts- oder lehrstuhlspezifisch, nicht universitätsweit. Maßgeblich bleibt dein konkreter Leitfaden.
| Quelle (Fakultät/Institut) | Land | Belegte Vorgabe |
|---|---|---|
| TU Chemnitz (URZ)1 | DE | Word hat keine direkte Funktion; Abkürzungsverzeichnis über den Index-Workaround |
| Uni Freiburg (VWL)2 | DE | Formatvorlage vor dem Schreiben; Verzeichnis hinter dem Inhaltsverzeichnis, alphabetisch |
| Uni Würzburg (WiWi)3 | DE | alle im Text verwendeten Abkürzungen, Duden-Kürzel ausgenommen; Vorlage im Anhang |
| Uni Münster (IUB)4 | DE | Verzeichnis vor dem Textteil, nur für nicht im Duden enthaltene Kürzel |
| Uni Hohenheim (Controlling)5 | DE | alphabetisch, sparsame Verwendung, keine Bequemlichkeitsabkürzungen |
| Uni Bayreuth (Controlling)6 | DE | alphabetisch; Duden-Abkürzungen müssen nicht aufgenommen werden |
| WU Wien (ITL)14 | AT | alphabetisch; im Text bei erster Anwendung erläutern; Duden-Kürzel ausgenommen |
| Uni Salzburg PLUS13 | AT | Abkürzungsverzeichnis im Vorspann; Verzeichnisse per Strg+A und F9 aktualisieren |
| Uni Wien (Word-Vorlage)15 | AT | dokumentierte Word-Vorlage mit eigenen Formatvorlagen für Listen und Abkürzungen |
| ETH Zürich (WISCH)20 | CH | Abkürzungsverzeichnis als regulärer Bestandteil längerer wissenschaftlicher Texte |
| Uni Zürich (Recht)21 | CH | Reihenfolge der Bestandteile geregelt; Formatvorlage mit Abkürzungsteil |
| Uni Fribourg (Ecopub)24 | CH | nur fachlich nicht allgemein bekannte Abkürzungen kommen ins Verzeichnis |
Quellen-Stand Juli 2026. Auswertung offizieller Leitfäden; Vorgaben sind meist fakultäts- oder lehrstuhlspezifisch und können sich ändern. Keine Rechtsberatung.
Abkürzungsverzeichnis in Word erstellen: Schritt für Schritt
Word bietet keine eigene Schaltfläche für ein Abkürzungsverzeichnis. Die offizielle Word-Unterlage der TU Chemnitz stellt das klar und zeigt zugleich den sauberen Ausweg: Das Verzeichnis wird über die Index-Funktion erzeugt, vollständig automatisch, alphabetisch sortiert und mit einem Klick aktualisierbar.1 Der Grundsatz davor lautet: erst Dokumentlogik über Formatvorlagen, dann Verzeichnisse, dann Feinschliff.
Methode 1: Automatisch über den Index (empfohlen)
- Dokument mit Formatvorlagen aufsetzen. Lege die Formatierung vor dem Schreiben fest, damit Verzeichnisse, Überschriften und Seitenzahlen sauber funktionieren.
- Abkürzung markieren. Markiere die Abkürzung (z. B. „BGB“) per Doppelklick an ihrer ersten Fundstelle.
- Eintrag markieren. Register Referenzen, Gruppe Index, „Eintrag markieren“ (Tastenkürzel Alt+Umschalt+X).
- Querverweis eintragen. Auf die Option „Querverweis“ umschalten, das dort vorausgefüllte „Siehe “ löschen und nur die ausgeschriebene Bedeutung eintragen, etwa „Bürgerliches Gesetzbuch“. Ohne diesen Schritt liest der Eintrag später „BGB Siehe Bürgerliches Gesetzbuch“.
- Markieren, nicht Alle markieren. Auf „Markieren“ klicken und den Schritt für jede Abkürzung genau einmal wiederholen.
- Index einfügen. Cursor an die Zielposition setzen, Register Referenzen, „Index einfügen“. Im Dialog die Spalten von voreingestellt 2 auf 1 stellen, damit die Einträge sauber untereinander stehen. Word sortiert automatisch von A bis Z; die von Word kursiv gesetzte Langform bei Bedarf auf Normalschrift zurücksetzen.
- Überschrift und Update. Überschrift „Abkürzungsverzeichnis“ als Überschrift 1 formatieren, dann mit Strg+A und F9 alle Felder vor der Abgabe aktualisieren.
Ein Detail zur Beruhigung: Die nach dem Markieren sichtbaren geschweiften Klammern im Text sind Feldfunktionen und werden nicht gedruckt. Über das Absatzzeichen ¶ im Register Start blendest du sie aus. Und weil die Sortierung über den Index läuft, musst du nichts von Hand alphabetisieren.1
Methode 2: Manuell als rahmenlose Tabelle (für kurze Arbeiten)
- Zweispaltige Tabelle einfügen. Links die Abkürzung, rechts die ausgeschriebene Bedeutung.
- Rahmenlinien entfernen. Über die Rahmenauswahl „kein Rahmen“ setzen, damit die Liste sauber wirkt.
- Alphabetisch sortieren. Tabelle markieren, Layout, „Sortieren“, aufsteigend A bis Z.
- Einheitlich formatieren. Gleiche Schrift wie der Fließtext, konsistente Spaltenabstände.
Beide Wege sind zulässig. Der automatische Index-Weg lohnt sich bei langen Arbeiten mit vielen Abkürzungen, weil er alphabetisch sortiert und per Klick aktualisierbar ist; die manuelle Tabelle genügt bei wenigen Einträgen, ist aber fehleranfälliger, weil vergessene Kürzel nicht auffallen. Falls dein Lehrstuhl eine offizielle Word-Vorlage bereitstellt, die bereits eine Formatvorlage für Abkürzungslisten mitbringt, arbeite in dieser Datei statt in einem leeren Dokument.15
Viele Hochschulen bieten solche fertigen Word-Vorlagen mit vordefinierten Formatvorlagen zum Download an. In Deutschland etwa die Universitäten Köln, Hamburg, Mannheim und Bamberg;9101112 in Österreich die Universität Innsbruck, die TU Wien, die JKU Linz und die TU Graz;16171819 in der Schweiz die Universitäten Basel und Bern sowie die Universität St. Gallen.222325 Der Download der offiziellen Vorlage ist fast immer der schnellste Weg zu einem regelkonformen Verzeichnis.
Mac-, Office-365- und LaTeX-Hinweis
Auf dem Mac und in Office 365 heißen die Funktionen gleich: Register Referenzen, „Eintrag markieren“ und „Index einfügen“; Felder aktualisierst du mit Cmd+A und F9. Auf dem Mac und in Office 365 heißen die Funktionen gleich; Feldcodes und Verzeichnisse verhalten sich identisch.
Symbolverzeichnis, Feldcode und LaTeX
Wer mit Formeln und Kennzahlen arbeitet, braucht neben dem Abkürzungsverzeichnis häufig ein Symbolverzeichnis. Es steht im selben Vorspann und listet Formelzeichen und Symbole mit ihrer Bedeutung. Mehrere Leitfäden fordern beide Verzeichnisse getrennt: Die Universität Würzburg verlangt, dass Abkürzungs- und Symbolverzeichnis sämtliche im Text verwendeten Abkürzungen und Symbole enthalten;3 die Universität Münster hält ein Symbolverzeichnis „insbesondere bei empirischen Arbeiten“ für erforderlich, bei rein konzeptionellen Arbeiten dagegen meist nicht;4 die Universität Zürich erfasst bei mathematisch-statistischen Arbeiten sämtliche Formelzeichen im Symbolverzeichnis.26 Auch die TU Chemnitz führt „Symbole und Bezeichner“ als eigenen Vorspann-Bestandteil.1
Technisch entsteht ein Symbolverzeichnis in Word genauso wie das Abkürzungsverzeichnis, nämlich über den Index-Workaround. Damit beide Verzeichnisse getrennt bleiben, lohnt ein Blick hinter die Kulissen: Der Index-Eintrag ist in Wahrheit ein Feldcode, den du mit Alt+F9 sichtbar machst.
Für Fortgeschrittene: der Feldcode-Trick
Blendest du die Feldfunktionen mit Alt+F9 ein, steht hinter jeder markierten Abkürzung ein Code wie { XE "BGB" \t "Bürgerliches Gesetzbuch" }. Der Schalter \t weist Word an, statt einer Seitenzahl den Text dahinter anzuzeigen, also die Langform. Genau deshalb erscheint im Abkürzungsverzeichnis keine Seitenzahl.
Willst du Abkürzungs- und Symbolverzeichnis im selben Dokument sauber trennen, ergänze den Schalter \f: Markiere Abkürzungen als \f "a" und Symbole als \f "s". Zwei getrennte Verzeichnisse fügst du dann mit { INDEX \f "a" } und { INDEX \f "s" } ein und aktualisierst mit F9.
Ein Sonderfall sind juristische Arbeiten. Hier sind sehr umfangreiche Abkürzungsverzeichnisse üblich, weil Gesetze, Kommentare und Zeitschriften durchgängig abgekürzt und nach fachüblichen Konventionen ins Verzeichnis aufgenommen werden. Prüfe vor dem Schreiben, welche Abkürzungssammlung dein Lehrstuhl erwartet, im Zivilrecht etwa die verbreiteten Kirchner-Abkürzungen.
Wer in LaTeX schreibt, braucht den Index-Umweg nicht. Das Paket acronym (oder das mächtigere glossaries) führt Lang- und Kurzform bei der ersten Nennung automatisch ein und erzeugt das Verzeichnis:
\usepackage{acronym}
...
\begin{acronym}
\acro{BGB}{Bürgerliches Gesetzbuch}
\acro{HGB}{Handelsgesetzbuch}
\end{acronym}
...
% Im Text: \ac{BGB} ergibt beim ersten Mal
% "Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)", danach nur "BGB".Häufige Fehler und Abgabe-Checkliste
Die häufigsten Fehler
- Verzeichnis angelegt, obwohl nur triviale Kürzel verwendet werden
- Standardabkürzungen (z. B., etc., usw.) aufgenommen, obwohl der Lehrstuhl sie ausschließt
- fachspezifische Kürzel fehlen, die verlangt sind (juristische, steuerliche Kontexte)
- Langform bei der ersten Nennung im Text nicht eingeführt
- uneinheitliche Schreibweise derselben Abkürzung
- „Alle markieren“ statt „Markieren“ geklickt: streut unnötige versteckte Feldfunktionen durch das ganze Dokument und riskiert uneinheitliche Doppel-Einträge (Word fasst identische Einträge sonst zu einer Zeile zusammen)
- Verzeichnis vor der Abgabe nicht aktualisiert (Strg+A, F9 vergessen)
- Überschrift nicht als Überschrift 1 formatiert, deshalb fehlt sie im Inhaltsverzeichnis
Checkliste vor der Abgabe
☑ ab drei bis vier fachspezifischen Abkürzungen ein Verzeichnis angelegt
☑ alle Abkürzungen als Indexeintrag markiert (kein Eintrag vergessen)
☑ keine Duden-Kürzel im Verzeichnis (Lehrstuhlvorgabe geprüft)
☑ jede Abkürzung bei erster Nennung im Text ausgeschrieben
☑ einheitliche Schreibweise im gesamten Dokument
☑ alphabetisch sortiert (Index oder Tabelle, Sortieren)
☑ Position im Vorspann korrekt (nach dem Inhaltsverzeichnis)
☑ Überschrift als Überschrift 1, im Inhaltsverzeichnis sichtbar
☑ Verzeichnis aktualisiert (Strg+A, F9 oder Felder aktualisieren)
☑ Feldfunktionen ausgeblendet, PDF Seite für Seite kontrolliert
Vor der Abgabe
Verzeichnisse und Format-Compliance prüfen lassen
SPHRAGIO prüft dein Word-Dokument auf Abkürzungs-, Abbildungs- und Inhaltsverzeichnis, Formatvorlagen, Feldaktualisierung, Paginierung und Format-Konsistenz. Nur Format, nie Inhalt. Garantiert.
Compliance-Check starten →Häufige Fragen
Ab wann brauche ich ein Abkürzungsverzeichnis?
In der Praxis ab etwa drei bis vier nicht allgemein geläufigen, fachspezifischen Abkürzungen. Bei nur ein bis zwei Kürzeln genügt die Einführung im Text. Maßgeblich ist der Leitfaden deiner Fakultät.
Welche Abkürzungen gehören nicht ins Verzeichnis?
Allgemein geläufige, im Duden enthaltene Kürzel wie z. B., usw., etc., u. a. und vgl. werden an den meisten Hochschulen nicht aufgenommen. In juristisch oder steuerrechtlich geprägten Fächern kann das Verzeichnis dagegen deutlich breiter sein.
Wo steht das Abkürzungsverzeichnis in der Arbeit?
Üblich ist der Vorspann, meist nach dem Inhaltsverzeichnis und, falls vorhanden, nach Abbildungs- und Tabellenverzeichnis, vor dem Textteil. Einige Lehrstühle platzieren es abweichend. Die Reihenfolge gibt dein Leitfaden vor.
Wie erstelle ich ein Abkürzungsverzeichnis automatisch in Word?
Word hat keine eigene Funktion dafür. Über den Index-Workaround markierst du jede Abkürzung mit Referenzen, Eintrag markieren, Option Querverweis, trägst die Langform ein und fügst danach den Index ein. Word sortiert automatisch alphabetisch.
Muss ich Abkürzungen im Text trotzdem einführen?
Ja. Jede nicht allgemein bekannte Abkürzung wird bei der ersten Nennung ausgeschrieben, die Kurzform folgt in Klammern. Ab dann verwendest du nur noch die Abkürzung. Das Verzeichnis ersetzt die Einführung im Text nicht.
Wie sortiere ich das Abkürzungsverzeichnis?
Alphabetisch. Beim Index-Workaround übernimmt Word die Sortierung automatisch. Bei einer manuellen Tabelle sortierst du über Layout, Sortieren von A bis Z.
Automatisch oder manuell – was ist besser?
Für lange Arbeiten mit vielen Abkürzungen ist der automatische Index-Weg besser, weil er alphabetisch sortiert und per Klick aktualisierbar ist. Für kurze Arbeiten mit wenigen Einträgen genügt eine manuelle, rahmenlose Tabelle.
Gehört das Abkürzungsverzeichnis ins Inhaltsverzeichnis?
An den meisten Hochschulen ja: Die Überschrift wird als Überschrift 1 formatiert, damit sie im Inhaltsverzeichnis erscheint. Einzelne Leitfäden führen die Vorspann-Verzeichnisse abweichend. Prüfe deine Vorgabe.
Wie aktualisiere ich das Verzeichnis vor der Abgabe?
Markiere das gesamte Dokument mit Strg+A und drücke F9, oder klicke mit der rechten Maustaste auf das Verzeichnis und wähle Felder aktualisieren. Kontrolliere das immer kurz vor der finalen PDF-Erstellung.
Gibt es das auch in LaTeX?
Ja. In LaTeX erzeugen die Pakete acronym oder glossaries ein vollständiges, automatisiertes Abkürzungsverzeichnis, das Langform und Kurzform bei der ersten Nennung selbst verwaltet.
Fazit: Weniger tippen, sauberer belegen
Das Abkürzungsverzeichnis ist schnell erledigt, wenn du drei Dinge beherzigst: Lege es nur an, wenn du wirklich mehrere fachspezifische Kürzel verwendest, und lass Duden-geläufige Abkürzungen draußen. Führe jede Abkürzung bei der ersten Nennung im Text ein und halte die Schreibweise einheitlich. Und überlass das Sortieren und Aktualisieren der Word-Index-Funktion, statt von Hand zu tippen. Weil es keinen DACH-weiten Einheitsstandard gibt, schlägt der Leitfaden deiner Fakultät jede Faustregel, gerade bei der Frage, was hineingehört und wo das Verzeichnis steht.
Weiterführend bei SPHRAGIO
Passend dazu: unsere Beiträge zum Deckblatt, zum Anhang und Anhangsverzeichnis, zum Sperrvermerk sowie zur 72-Stunden-Checkliste vor der Abgabe.
Quellen und Fußnoten
Quellenstand: Juli 2026. Es handelt sich ausschließlich um offizielle Hochschul-Leitfäden, Word-Anleitungen und Dokumentvorlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die zentralen Quellen (TU Chemnitz, PLUS Salzburg, WU Wien, Würzburg, Münster und die Universität Zürich) wurden live und inhaltlich geprüft; Hochschul-PDFs werden häufig neu datiert, prüfe die verlinkte Version vor der Verwendung. Viele Vorgaben sind fakultäts- oder lehrstuhlspezifisch.
Deutschland
1 TU Chemnitz, Universitätsrechenzentrum, „Einführung in Word für wissenschaftliche Arbeiten“ (Stand März 2024): Word bietet keine direkte Funktion für ein Abkürzungsverzeichnis, es wird über die Indexerstellung mit Option Querverweis erzeugt (Abschnitt 4.4): tu-chemnitz.de. ↩
2 Universität Freiburg, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Hinweise zum wissenschaftlichen Arbeiten (2024): Formatierung vor dem Schreiben über eine Word-Formatvorlage festlegen; Abkürzungsverzeichnis hinter dem Inhaltsverzeichnis in alphabetischer Reihenfolge: uni-freiburg.de. ↩
3 Universität Würzburg, Wirtschaftswissenschaft, Leitfaden (sämtliche im Text verwendeten Abkürzungen ins Verzeichnis, Duden-Kürzel ausgenommen; Hinweis auf Vorlage im Anhang): wiwi.uni-wuerzburg.de. ↩
4 Universität Münster, Institut für Unternehmensrechnung und -besteuerung, Leitfaden (Abkürzungsverzeichnis vor dem Textteil, nur für nicht im Duden enthaltene Kürzel): wiwi.uni-muenster.de. ↩
5 Universität Hohenheim, Lehrstuhl Controlling, Leitfaden wissenschaftliches Arbeiten (März 2025): alphabetische Ordnung, sparsame Verwendung, keine Bequemlichkeitsabkürzungen: controlling.uni-hohenheim.de. ↩
6 Universität Bayreuth, Lehrstuhl Controlling, Leitfaden wissenschaftliches Arbeiten (Sept. 2023): alphabetische Ordnung; Duden-Abkürzungen müssen nicht aufgenommen werden: controlling.uni-bayreuth.de. ↩
7 Georg-August-Universität Göttingen, Leitfaden zum Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten (2011), mit Beispiel eines vollständigen Abkürzungsverzeichnisses und Muster-Vorspann: uni-goettingen.de. ↩
8 Universität Heidelberg, Neuphilologische Fakultät, Leitfaden für Hausarbeiten (eigener Abschnitt zum Abkürzungsverzeichnis): uni-heidelberg.de. ↩
9 Universität zu Köln, CMR, offizielle Word-Vorlage für Bachelorarbeiten (sieht bei Bedarf ein Abkürzungsverzeichnis vor): economics.uni-koeln.de. ↩
10 Universität Hamburg, BWL/LSCM, offizielle Word-Vorlage für Abschlussarbeiten mit vordefinierten Formatvorlagen: bwl.uni-hamburg.de. ↩
11 Universität Mannheim, VWL, offizielle Word-Vorlage für Bachelorarbeiten mit definierten Formatvorlagen: vwl.uni-mannheim.de. ↩
12 Universität Bamberg, VWL/Finanzwissenschaft, Dokumentvorlage für wissenschaftliche Arbeiten (mit Vorgaben zur Aufnahme von Abkürzungen): uni-bamberg.de. ↩
Österreich
13 Universität Salzburg (PLUS), FB Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, „Nützliche Tipps zur Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten mit Microsoft Office Word“: Abkürzungsverzeichnis im Vorspann (Reihenfolge Inhalts-, Abbildungs-, Tabellen-, Abkürzungsverzeichnis); Überschrift 1 ohne Nummerierung für Verzeichnisse; Aktualisierung aller Verzeichnisse per Strg+A und F9: plus.ac.at. ↩
14 WU Wien, Institut für Transportwirtschaft und Logistik, Richtlinie für wissenschaftliche Arbeiten: Abkürzungen alphabetisch geordnet, spätestens bei erstmaliger Anwendung im Text erläutern; im Duden enthaltene Kürzel (z. B., u. a., etc., usw.) werden nicht aufgenommen: wu.ac.at. ↩
15 Universität Wien, Projekt DHaFL, dokumentiertes Manual zur Word-Vorlage für Seminararbeiten (eigene Formatvorlagen für Listen, Glossar und Abkürzungen): univie.ac.at. ↩
16 Universität Innsbruck, offizielle DOCX-Vorlage für Masterarbeiten (mit vordefinierten Verzeichnissen): uibk.ac.at. ↩
17 TU Wien, CEE/EDV-Labor, offizielle Vorlagen-Seite mit Word-Vorlage für Bachelorarbeiten: tuwien.at. ↩
18 Johannes Kepler Universität Linz, ILC, Leitfaden für wissenschaftliche Arbeiten (Nov. 2023) mit zugehöriger DOCX-Vorlage: jku.at. ↩
19 TU Graz, Institut EBW, Leitfaden für wissenschaftliche Arbeiten (2023): Reihenfolge der Verzeichnisse im Vorspann: tugraz.at. ↩
Schweiz
20 ETH Zürich, Gruppe Grasland-Wissenschaften, Schreibskript „Wissenschaftliches Schreiben“ (WISCH, Version 7): das Abkürzungsverzeichnis als regulärer Bestandteil längerer wissenschaftlicher Texte: ethz.ch. ↩
21 Universität Zürich, Rechtswissenschaftliche Fakultät, Leitfaden für das Verfassen rechtswissenschaftlicher Arbeiten: Reihenfolge der Bestandteile des Vorspanns: ius.uzh.ch. ↩
22 Universität Basel, WWZ, Lehrstuhl Finanzmanagement, Leitfaden für Bachelor- und Masterarbeiten (formaler Strukturrahmen inkl. Verzeichnisse): wwz.unibas.ch. ↩
23 Universität Bern, Institut für Wirtschaftsinformatik, Übersichtsseite mit Leitfäden und Word-Vorlage für schriftliche Arbeiten: iwi.unibe.ch. ↩
24 Universität Fribourg, Ecopub, Leitfaden Finanzwissenschaft (nur fachlich nicht allgemein bekannte Abkürzungen kommen ins Verzeichnis): unifr.ch. ↩
25 Universität St. Gallen, Institut IRM, offizielle DOCX-Vorlage für Abschlussarbeiten: irm.unisg.ch. ↩
26 Universität Zürich, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Leitfaden für das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten (2024), Abschnitt 6.6 „Abkürzungsverzeichnis und Symbolverzeichnis“: sämtliche genutzten Abkürzungen sind zu erfassen, Duden-Kürzel nach eigenem Ermessen; bei mathematisch-statistischen Arbeiten alle Formelzeichen ins Symbolverzeichnis: business.uzh.ch. ↩

SPHRAGIO ist ein innovatives österreichisches EdTech Startup aus Salzburg. Die SPHRAGIO-Redaktion wertet DACH-Hochschulrichtlinien aus und übersetzt sie in praxistaugliche Word-Anleitungen für Bachelor-, Master- und Hausarbeiten. Nur Format. Nie Inhalt. Dieser Beitrag wurde im Juli 2026 redaktionell geprüft; die zentralen Word-Quellen wurden gegen offizielle Primärquellen geprüft. Einzelne Hochschul-PDFs können sich ändern. Der Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar.
SPHRAGIO e.U., FN 677183 h, LG Salzburg · Editorial: editorial@sphragio.ai








